Schwellwertdaten
In vielen Fällen bedeutet ein konservativer Wartungsplan, dass Maschinen selten versagen. Das kann bedeuten, dass keine Betrieb-bis-Ausfall-Daten oder Nutzungsdauerdaten vorliegen. Sie verfügen aber wahrscheinlich über Informationen zu vorgeschriebenen Schwellwerten – beispielsweise, dass die Temperatur einer Flüssigkeit in einer Pumpe nicht über 71 ˚C liegen darf und dass der Druck weniger als 155 bar betragen muss. Mit diesen Schwellwertinformationen können Sie Degradationsmodelle an aus Sensordaten extrahierte Zustandskennwerte anpassen, die sich im Zeitverlauf linear oder exponentiell ändern.
Diese Degradationsmodelle schätzen die RND, indem sie prognostizieren, wann der Zustandskennwert den Schwellwert überschreitet. Außerdem können sie mit einem fusionierten Zustandskennwert genutzt werden, der mithilfe von Techniken wie der Hauptkomponentenanalyse Informationen aus mehr als einem Sensor enthält.
Abbildung 3 zeigt ein exponentielles Degradationsmodell, das den Ausfall in einem Hochgeschwindigkeitslager einer Windkraftanlage nachverfolgt. Der Zustandskennwert wird blau angezeigt. Das Degradationsmodell prognostiziert, dass das Lager den Schwellwert in ca. 9,5 Tagen überschreitet. Der rot schraffierte Bereich stellt die Konfidenzgrenzen dieser Prognose dar.